Erster Arbeitsschritt in der Soziotherapie ist, den Betreuungsplan und die soziotherapeutische Verordnung zusammen mit dem erkrankten Menschen und der Ärztin, dem Arzt aufzustellen. Der Betreuungsplan umfasst unter anderem die Therapieziele, Maßnahmen und einen Zeitplan. Es gilt, diesen Therapieentwurf einzuhalten. Koordinationsaufgaben, die die Soziotherapie leistet, sind daher: Die verschiedenen Maßnahmen zu planen, die medizinische Behandlung zu ermöglichen und einzuhalten und unterschiedliche Hilfemaßnahmen zu verzahnen. In dringenden Fällen kann die behandelnde Fachärztin/Facharzt den soziotherapeutischen Leistungserbringer mit 5 Probestunden zeitnah vorab hinzuziehen.

Soziotherapie ist Arbeit im häuslichen Umfeld. Damit die Menschen in ihren gewohnten Lebensumfeldern bleiben können, setzt sich die Soziotherapeutin, der Soziotherapeut mit der häuslichen, sozialen und beruflichen Situation auseinander. Sie werden auch Familienangehörige und Freunde mit einbeziehen. Sie entwickeln vor Ort Lösungsansätze für Konflikte und helfen der Patientin, dem Patienten wichtige Alltagskompetenzen zu erlernen. Außerdem werden sie die erkrankten Menschen motivieren, auch Hilfeangebote von anderen psychosozialen Anbietern im Stadtgebiet wahrzunehmen. Soziotherapeuten wissen um die verschiedenen Einrichtungen.

Die Kooperation sowohl mit Ärztinnen und Ärzten, Kliniken, aber auch sozialpsychiatrischen Diensten, Tagesstätten und den Ämtern und vielen mehr gehören zu ihrem Behandlungsauftrag. Sie werden die Betroffenen durch den Dschungel von Leistungsangeboten führen, mit ihnen Entsprechendes zusammenstellen und Unterstützung leisten, wenn sie aktiv werden. Oberstes Ziel der Soziotherapie ist es dabei, die erkrankten Menschen zur Selbstständigkeit anzuleiten. Sie sollen ihr Leben unabhängig von der therapeutischen Unterstützung gestalten können. Die Dokumentation des Behandlungsverlaufs übernehmen die Soziotherapeutinnen und Soziotherapeuten.

Das Angebot der Soziotherapie verfügt über eine Rufbereitschaft an 7 Tagen in der Woche, über 24 Stunden am Tag. Soziotherapie ist eingebettet in die Produktpalette der GAPSY. Dadurch können in enger Absprache mit der behandelnden ÄrztIn und der zuständigen Krankenkasse in kürzester Zeit alternative und/oder zusätzliche Behandlungsformen zur Verfügung gestellt werden.

Bei der GAPSY besteht das Team der Soziotherapeuten aus erfahrenen Dipl. Sozialarbeitern/Sozialpädagogen und Fachkrankenpflegekräften, die sowohl im klinischen als auch im ambulanten Bereich der psychiatrischen Versorgung gearbeitet haben und über umfangreiche Kenntnisse des sozialpsychiatrischen Netzes in Bremen verfügen. Regelmäßig finden Fall- und Teamsupervisionen statt und gewährleisten eine engagierte und fachlich hochqualifizierte Arbeit. Dazu tragen auch interne und externe Fortbildungen bei.

Wer trägt die Kosten?

Maximal 120 Stunden in drei Jahren können die Krankenkassen für einen erkrankten Menschen bewilligen. Partner der GAPSY sind: AOK Bremen/Bremerhaven, die hkk, die IKK Gesund Plus und der BKK Landesverband Niedersachsen-Bremen. Für die PatientInnen selber fallen lediglich die Kosten der gesetzlichen Zuzahlungen im Gesundheitswesen an.

Welche Rolle spielt GAPSY bei der Einführung der Soziotherapie in Bremen?

Die Soziotherapie ist seit dem 1. Januar 2001 gesetzlich verankert, hat aber eine lange Anlaufzeit benötigt, um in die Tat umgesetzt zu werden. Erst Ende 2002 sind die damit verbundenen Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen in Kraft getreten. Die Verträge mit den Bremer Krankenkassen sind nach einer knapp einjährigen Verhandlungsdauer im Januar 2003 unterschrieben worden.
Trotz anzunehmender Hürden entschließt sich die GAPSY, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen und mit der praktischen Arbeit zu beginnen. Das bedeutet in erster Linie, bürokratische Hürden zu umschiffen, Formulare für die Verordnung und den Betreuungsplan selbst zu beschaffen, mit Ärztinnen und Ärzten persönlich zu sprechen und sich mit gegenteiligen Meinungen wichtiger Gremien auseinander zu setzen.
Einmalig an dem Procedere ist, dass die GAPSY das Produkt "Soziotherapie" in enger Kooperation mit den beteiligten Krankenkassen und Ärztinnen und Ärzten entwickelt hat. Die GAPSY nimmt hier eine bundesweite Vorreiterrolle für Soziotherapie ein.